Der dreitägige Ausflug von Tisno über Korcula nach Dubrovnik
Teilnehmer: Volker und Melli mit Rookie -3: Mariner 690; 175 PS Evinrude
Lothar und Inge mit Ihrer Selva 560 und einem Selva Marlin; 100 PS
Olaf und Evi mit Olev of the Seas 3: Arimar Seapioneer 580; Selva Narwhal; 115 PS EFI
Dietmar und Regine

Montag, 24. Juli 2006: Eigentlich sollte es heute losgehen. Von Tisno nach Dubrovnik. Für Korcula war auf dem Hin- und Rückweg jeweils eine Übernachtung vorgesehen.
Leider hatte Volker jedoch gestern in seinem Evinrude einen Kabelbrand.


Den gestrigen Nachmittag verbrachten Volker, Lothar, Dietmar und ich (und natürlich auch Melli) damit, den Motor von Volker wieder fit zu bekommen.
Meterweise Kabel musste neu isoliert werden.
Einige Adern mussten vollständig erneuert


werden, weil sie ausgeglüht waren.
Die Schaltmechanik schmolz auch bei dem Brand, so dass in Marios Werkstatt auf dem Camp-Dalmatien ein Ersatzteil zurechtgeflextgenietetundgeschweisst wurde.
Abends brummte der Motor dann irgendwann wieder
und Volker konnte einige Testkilometer abspulen.
Wir entschieden trotzdem die Abfahrt nach Dubrovnik um einen Tag zu verschieben.
So konnte Volker seinen Motor noch einen weiteren Tag auf Herz und Nieren prüfen.
Beim Wasserski und Reifen ziehen, konnte er zeigen, dass er wieder „gesund ist“

Bis zu vier Reifen - und anschliessend vier Wasserskiläufer mutete Volker seinem „elektrisch überholten“ Motor zu.

Der aufmerksame Leser wird bemerken, dass hier nur drei Wasserskiläufer zu sehen sind:
Mir "wurde zu warm" und ich bin vorzeitig baden gegangen...
E i n M o r d s p a s s f ü r a l l e – u n d d e r M o t o r h i e l t,
Am 25. Juli geht es dann aber los. Dass das Wetter nicht mitspielen konnte, hatte niemand in Erwägung gezogen. Wir sind ja bereits über 2 Wochen in Tisno und haben noch kein „schlechtes“ Wetter erlebt. Der Wetterbericht sieht auch viel versprechend aus: „Für den Nachmittag Gefahr von Gewittern im Norden“, aber wir wollen ja nach Süden.
Da die Tankstellen in Murter und Jezera nachmittags immer stark frequentiert sind, fahren wir am Morgen vor der Abfahrt nach Jezerea um Benzin und Trinkwasser zu bunkern..
Wir haben ja Zeit, 220 km sind für heute eingeplant.
Die Tour führt uns am 1. Tag von Tisno über Jezera (tanken), durch den Zmajanski Kanal, vorbei an Primosten , durch den Drevnicki Kanal in den Splitski Kanal, zunächst nach Split.
Es ist fast windstill, die Wellen sind nicht der Rede Wert, eigentlich sind gar keine da. Die Fahrt ist einfach nur schön und ......unspektakulär, wenn man von einem "kleinen Zwischenfall" absieht:
Etwa 10 km vor Primosten treibt ein kleines Boot -offensichtlich verlassen- daher. Wir fahren näher, um zu schauen, was los ist.
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Um das "Paar" auf dem Boot bei ihren körperlichen Aktivitäten nicht weiter zu stören, drehen wir wieder nach backbord ab und fahren weiter.
<= Otok Ciovo
Direkt am Anleger in Split befindet sich eine riesige Strandpromenade. Wir setzen uns in ein Strassencafe und schauen uns das hektische Treiben an.. Anschliessend steht noch ein Stadtbummel auf dem Programm
Für mich ist Split zu gross, zu industriell und heute vor allem zu heiss.
Nach der Pause in Split führt uns die Route quer über den Splitski Kanal nach Solta, wo wir uns die Durchfahrt zwischen Solta und Brac ausgesucht haben.
Ein paar Wellen sind während der Pause in Split aufgekommen. Die Reisegeschwindigkeit brauchen wir aber noch nicht zu reduzieren. Allerdings ist die Fahrt nicht ganz so entspannend wie der erste Teil. Ab und zu kommt von vorne eine Welle, der man besser ausweicht, um die Crew nicht durchzuschütteln.
Weiter geht es an der Südküste von Brac nach Bol. Zlatni Rat, oder das „Goldene Horn“ (in der Karte eingetragen als „Dugi Rat“) stand auf dem Programm. Schließlich sagt man ihm nach, den schönsten Strand von ganz Kroatien zu haben.

In vielen Reiseführern wird das "Goldene Horn" so dargestellt.
Aus einiger Entfernung lässt sich jedoch schon ungefähr ausmachen, was uns erwartet.
Vor lauter Sonnenschirmen und Menschen können wir keinen Sand erkennen.
Wir kommen näher und erkennen, dass es sich auch nicht um Sand handelt, sondern um Kies.
Jetskis rauschen durchs Wasser, Boote mit Bananen und Gleitschirmen im Schlepp fahren rechts und links an uns vorbei. Dazwischen versuchen jede Menge Surfer etwas „freies“ Wasser zu finden.
Irgendwo habe ich gelesen, dass Gleitfahrzeuge einen Mindestabstand zum Ufer haben müssen. Gesetze gelten hier wohl nicht…
Tourismus in seiner „schönsten“ Form.
Der Aufenthalt an diesem sagenumwogten Sandstrand ist dann auch eher kurz, zumal sich im Osten einige dunkle Wolken zeigen.
Wir beschließen Richtung Süden nach Hvar zu fahren. Die Karte zeigte in Vrboska und in Jelsa Häfen an, in die wir uns vor dem Gewitter in Sicherheit bringen können.
In Jelsa angekommen, beobachten wir die Wetterentwicklung. Der Luftdruck ist konstant, die Wolken kommen nicht näher in unserer Richtung… Unschlüssigkeit macht sich breit. Volker stellt dann schließlich fest: „Wir können jetzt hier 2 Tage auf das Gewitter warten, oder wir fahren weiter.“
An der Nordküste der Insel sind auf der Karte Buchten mit kleinen Ortschaften verzeichnet, die wir zur Not als Schutz aufsuchen können, so dass wir die letzte Etappe des Tages in Angriff nehmen.
Von den folgenden 40 km bis Sucuraj existieren leider keine Bilder. Wir fahren vorbei an der traumhaften, zerklüfteten Nordküste von Hvar mit ihren vereinzelt auftretenden kleinen Fischerdörfern. Auf diesen 40 km erwischen uns allerdings die Ausläufer der Schlechtwetterfront in Form von hohen und kurz aufeinander folgenden Wellen. Ich probiere verschiedene Geschwindigkeiten aus um möglichst material- und crew- schonend durch die Wellen zu kommen. Interessanterweise geht es bei diesen Wellen am besten mit (fast) Vollgas. Dabei fährt das Boot mehr oder weniger bequem „über“ die Wellen – wenn denn nicht zwischendurch immer eine höhere Welle herankommen würde.
RtSucaraj an der Ostspitze von Hvar.
Unmittelbar dahinter wird das Wasser wieder ruhig. Das Gewitter verzieht sich wieder in die Berge.
Verschnaufpause,
Knochen sortieren,
ein abkühlendes Bad und ein noch kühleres Bier.(dank Lothars Kühlbox)
Danach geht’s weiter durch ruhiges Wasser. Wir überqueren den Neretvanski Kanal, umfahren die Spitze der Halbinsel Peljesac und biegen ein in den Peljeski Kanal.
Korcula liegt rechts von uns, links die Halbinsel Peljesac. Das Etappenziel ist erreicht.
Wir tuckern vor der Küste von Peljesac vorbei an Kuciste und Orebic und ich versuche den Campingplatz wiederzufinden, auf dem ich vor 25 Jahren mal war. Da sich alles stark verändert hat klappt das leider nicht.
Es gibt einige Campingplätze, aber die Boote lagen alle an Bojen. Keine Steganlage war weit und breit zu sehen.
Regine und Dietmar sind auf einen Zeltplatz angewiesen, da unser Boot nur 2 „Schlafplätze“ hat. Auf Korcula in Vrbovica werden wir fündig. Ein kleiner Zeltplatz mit einem Anleger davor.
Endlich geschafft, das Zelt steht und die Luftmatratze liegt auch aufgepumpt darin.
Bei so kleinen Zelten sollte man das Ding erst ins Zelt legen und dann aufpumpen und vor allem vor dem Aufpumpen alle zusätzlichen Ventile schliessen..
....das spart Arbeit.....
Inge, Evi, Lothar und ich schlafen auf unseren Booten
Der Campingplatzbetreiber empfiehlt uns ein Restaurant in der Nähe. Ein Spaziergang dahin kann nach der langen Bootsfahrt nicht schaden.
Das Essen ist gigantisch und der vom Wirt selbst hergestellte Wein ist auch nicht zu verachten.
Bis spät abends sitzen wir zusammen, unterhalten uns über die Erlebnisse des
Tages, planen die nächsten beiden Tage
und geniessen die Aussicht auf "unsere Bucht"